Organisationsstruktur der Freien Waldorfschule Frankfurt am Main
Jede Waldorfschule gibt sich ihre Organisationsform selbst. In der Freien Waldorfschule Frankfurt am Main läßt sich die Schule, also die von pädagogischen Anforderungen bestimmte Veranstaltung des Schulbetriebes, unterscheiden von ihrem Trägerverein, dem "Waldorfschulverein Frankfurt/Main e.V.". Mit dem Schulverein wird die Organisationsform beschrieben, die die materiellen Voraussetzungen dafür bereitstellt, dass die schulische Arbeit geleistet werden kann.
Die Leitung der Schule wird in kollegialer Selbstverwaltung wahrgenommen. Aus diesem Grunde sucht man in der Freien Waldorfschule Frankfurt auch vergeblich nach einem Schuldirektor. Die Aufgabenbereiche übernehmen Schulleitungskonferenz und Vorstand. Während der Vorstand über das Tagesgeschäft hinausgehende wirtschaftliche Beschlüsse trifft, entscheidet die Schulleitungskonferenz über im weitesten Sinne pädagogische Belange, wie zum Beispiel die Berufung von neuen Lehrern. Die pädagogische Verantwortung der Schule obliegt dem Lehrerkollegium. In der Pädagogischen Konferenz berät es Fragen zu den Klassengemeinschaften oder zu einzelnen Schülern, Fragen des Lehrplans, allgemeine pädagogische Fragen und vieles andere mehr. Hier ist der Ort, an dem die Lehrer die Möglichkeit haben, ihre menschenkundlichen, methodischen und didaktischen Kenntnisse zu erweitern.
Der Schulverein verantwortet die rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen, auf welchen die Schule betrieben werden kann. Mitglieder des Vereins sind zum größten Teil die Eltern der Schüler und der Kindergartenkinder, aber auch die Mitarbeiter des Vereins und der Schule einschließlich der Lehrer. In der einmal pro Jahr stattfindenden Mitgliederversammlung wählen die Mitglieder des Schulvereins aus ihren Reihen einen Vorstand, zu dem auch einige Lehrer gehören. Dieser trifft sich monatlich und nimmt alle Aufgaben und Tätigkeiten des Schulvereins wahr, die in deren rechtlichen und wirtschaftlichen Bereich fallen. Unterstützt wird der Vorstand durch einen geschäftsführenden Vorstand, welcher im Wochenturnus tagt. Eng mit dem geschäftsführenden Vorstand arbeitet die Geschäftsführung zusammen. Sie organisiert, unterstützt durch die Verwaltung, das Alltagsgeschäft der Schule.
Einzelne Verwaltungsaufgaben werden an Ausschüsse und Delegationen übertragen, so zum Beispiel Fragen der Finanzierung und Budgetierung an den Haushaltsausschuss, Fragen der Außendarstellung, Werbung und Information an den Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit oder Fragen der Gestaltung des Außengeländes und der Pausenbereiche an die Geländedelegation. In diesen Gruppierungen finden sich regelmäßig Lehrer, Eltern und Verwaltungsangestellte der Schule. Weitere Arbeitsgruppen zu speziellen Themen werden von der Schülervertretung sowie der Elternkonferenz gebildet. Mit dieser hier skizzierten Teilung der Aufgaben und Verantwortung wird die Identifikation der Lehrer, der Verwaltungsangestellten, der Schüler und der Eltern für "ihre" Schule gestärkt.
Die Organisationsstruktur der Waldorfschulen gründet auf einem Miteinander von Schülern, Lehrern und Eltern. Um das oben skizzierte "Besondere" der Waldorfschule in den Kindern anlegen zu können, ist eine ausgeprägte Identifikation mit dem Waldorfschulkonzept wünschenswert. Dies gilt auch gerade für die Eltern, weil Lehrer und Eltern im Sinne einer gemeinsamen Erziehung eng zusammen arbeiten sollten.
Organigramm, Stand Mai 2009
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