| Klassen von der Vorklasse bis 12 der Waldorfschule Frankfurt |
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Die VorklasseWie ist die „Vorklasse“ entstanden?Bei den Aufnahmegesprächen für die erste Klasse haben wir in den letzten Jahren beobachtet, dass die Zahl der Kinder, die zwar vom Alter her schulpflichtig, nach unseren Kriterien aber noch nicht schulreif sind, immer größer wurde. Wir haben es immer sehr bedauert, dass es für diese Kinder bislang nur zwei Möglichkeiten gab: entweder einschulen oder im Kindergarten bleiben. Für manche Kinder ist der Verbleib im Kindergarten zur Nachreife völlig in Ordnung. Viele Kinder sind aber aus dem Kindergartenalter schon herausgewachsen, und sie drängen danach, sich innerhalb einer gleichaltrigen Gruppe wahrzunehmen, ihre Fähigkeiten weiter zu entwickeln, sich zu messen und zu vergleichen – ohne schon den Anforderungen in einer großen Klassengemeinschaft standhalten zu müssen. Also ein Rahmen, in dem die Kinder ohne Druck Sicherheit und Selbstvertrauen zu ihrem eigenen Tun auf allen Gebieten gewinnen können – Voraussetzungen für eine gesunde lange Schullaufbahn. Was ist das Besondere für eine Vorklasse hier an der Waldorfschule? Das Besondere an unserer Vorklasse ist vielleicht, dass wir in diesem Jahr alles lernen, nur nicht Rechnen, Lesen und Schreiben! Also in keiner Weise eine vorgezogene intellektuelle Schulung, wie dies oft in anderen Vorklassen der Fall ist. Unser Anliegen ist es, den Kindern elementare Erlebnisse beim Arbeiten, Spielen und draußen in der Natur zu vermitteln. Durch die tägliche praktische, künstlerische und rhythmische Arbeit fördern wir die Kinder in ihrer Fein- und Grobmotorik, sie werden geschickt und kräftig und vor allen Dingen wach in ihren Sinnen. Daneben ist uns sehr wichtig, dass durch den täglichen Rhythmus gute Gewohnheiten, Konstanz und Verlässlichkeit angelegt werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist das soziale Lernen: Rücksichtnahme, Achtsamkeit, Hilfsbereitschaft werden an vielen gemeinsamen Tätigkeiten Tag für Tag geübt. Wir lernen Arbeitanweisungen zu verstehen, auszuführen und sie in einem überschaubaren Zeitraum auch zu Ende zu führen. Wie sieht der Alltag in der Vorklasse aus? Unser Schultag beginnt morgens kurz nach 8 Uhr mit dem Morgenkreis. Hier gibt es vom Vortage vieles zu berichten, zu erzählen: dass der Igel im Garten sein Milchschälchen ausgetrunken hat, dass das Kätzchen 3 Junge bekommen hat, dass sich die Raupen verpuppt haben und manches mehr gibt es da zu erfahren. Nach dieser kleinen Gesprächsrunde geht es an die Arbeit: wir singen, sprechen, musizieren, spielen Theater. Zum Springen, Hüpfen, Klettern haben wir Seile, Bälle, Reifen und unsere Bänkchen, die viele Einsatzmöglichkeiten bieten. Jetzt sind die Händchen warm, die Bäckchen rot – gute Voraussetzungen für die erste Arbeitsphase. Jeder Tag hat einen Schwerpunkt: handwerkliche Arbeiten (Holz, Ton, Textilien usw.), Wasserfarben malen, Eurythmie, Spielturnen in der Turnhalle oder Gartenarbeit. Die Inhalte der Projekte werden vom Jahreslauf bestimmt; z. B. bauen wir im Frühsommer in unserem Garten ein Baumhaus und ein Tipi. Nach der ersten Arbeitsphase, so gegen 10 Uhr, wird gemeinsam gefrühstückt. Vor 8 Uhr wurde dies gemeinsam mit den Kindern vorbereitet. Danach geht es nach draußen – bei Wind und Wetter. Es wird tüchtig marschiert, aber auch gespielt, beobachtet, gesammelt. Nach der Rückkehr ca. 11.30 Uhr schließt sich eine 2. Arbeitsphase an, die einen ruhigeren Duktus hat, z. B. Falten mit Papier, Blumen und Blätter pressen, weben o.ä. Gegen 12.30 Uhr beendet eine Geschichte unseren Schulvormittag – bei schönem Wetter irgendwo auf der Wiese, bei kühleren Temperaturen im warmen Klassenzimmer. Wie sind ihre Erfahrungen nach einem Jahr Praxis? Wenn man sich die Kinder jetzt nach einem Jahr anschaut, hat man eine tüchtige, fröhliche, recht selbständige Kinderschar vor sich. Die vielfältigen Tätigkeiten in diesem Jahr gaben jedem Kind die Möglichkeit, an irgendeiner Sache tüchtig ins Arbeiten zu kommen. So konnte jeder Einzelne innerhalb der Gruppe das ausbilden, was vor einem Jahr noch etwas gefehlt hatte. Es ist eine Freude, zu erleben und zu beobachten, wie sich die Kinder gegenseitig anspornen und sich gegenseitig helfen. Jeder einzelne hat in seiner Entwicklung große Schritte gemacht, und die Freude auf die „richtige“ Schule ist jetzt groß. Klassen 1 und 2
Im Hauptunterricht: Einführung der großen und kleinen Druckbuchstaben und der Schreibschrift - parallel wird das Lesen am Gelernten geübt. Kennenlernen der Zahlen und der 4 Grund-Rechenarten, zunächst im Zahlenraum bis 20, dann bis 100. Formenzeichnen: Beginnend mit Variationen der Grundformen der Geraden und der Gebogenen erweitert sich das Formenzeichnen zu Kreisformen, zu Spiralen, Ellipsen, Lemniskaten. Fachunterricht: Fremdsprachen: Im Idealfalt beginnt der Fremdsprachenunterricht mit Englisch und Französisch. 3. Klasse
Erste Deutsch-Grammatik-Epoche: Wortarten, Satzglieder und Satzaufbau einfacher Sätze. Rechnen: Einführung des schriftlichen Rechnens in den 4 Grund-Rechnenarten. Formenzeichnen: Verschiedene Spiegelungsformen, freie Dreiecksformen u.a. In diesem Schuljahr setzt im Hauptunterricht der Sachkundeunterncht ein: eine Feldbau-Epoche(vom Pflügen über die Aussaat zum Ernten, Dreschen und Mahlen des Korns bis hin zum Brotbacken). Eine Handwerker-Epoche (Kennenlernen aller Ur-Handwerke). Eine Hausbau-Epoche. Fachunterricht wird weitergeführt. |


Stehen nicht genügend Lehrer zu Verfügung, wird in der 1.Klasse mit einer der obengenannten Fremdsprachen begonnen - im 2.Schuljahr kommt die andere Fremdsprache dazu. Beide Sprachen werden in den ersten 3 Klassenstufen sprechend, singend, spielend gelernt. Weitere Fachstunden sind Musik, Handarbeit, Eurythmie, Turnen und Religion.



In der Geometrie wird jetzt mit Zirkel, Lineal und Winkelmesser gearbeitet. In der 6.Klasse werden die Schüler neben Englisch und Französisch auch in Latein unterrichtet. Nach diesem Jahr, also in der 7. Klasse, entscheiden sich die Schüler, ob sie Latein oder Französisch weiterlernen. Englisch ist obligatorisch. Das Aquarellmalen, das seit der 1. Klasse gepflegt wird, wird abgelöst vom Schwarz-weiß-Zeichnen. Perspektive und Schattenlehre werden behandelt. Im Fachunterricht kommt zu den bisherigen Fächern der Gartenbau-Unterricht dazu.

Eines der zentralen methodisch-didaktischen Ziele des Oberstufenunterrichtes ist die an der Individualität der einzelnen Schüler orientierte Persönlichkeitsförderung. Verschiedene Praktika sind dabei ein wesentlicher Bestandteil. Ein zentraler Schwerpunkt ist in Klasse 9 die Verknüpfung der Unterrichtsinhalte mit allem Praktischen; nicht intellektualistische Modellbildung, sondern Anbindung an in der Welt Erfahrbares.
In Klasse 11 steht zentral der Aspekt des Sozialen in der Erarbeitung der Inhalte. Vier- bis sechswöchiges Sozialpraktikum in einer sozialen Einrichtung - zumeist außerhalb des eigenen Wohnortes.